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Barbados

Barbados: ‚Klein-England’ in der Karibik

Insel des Rums, „Klein-England“ oder „Insel der Bärtigen“ – jede Bezeichnung trifft auf die östlichste Insel der Kleinen Antillen zu: Barbados. Denn das schöne Eiland mit dem prominenten Dreizack im Wappen ist für den Anbau des Zuckerrohrs ebenso berühmt wie für knapp vier Jahrhunderte guter britischer Traditionen und seinen Namen, den es einem Kuriosum verdankt.

Barbados, Foto: Caribbean Tourism Organisation
Barbados
Foto: Caribbean Tourism Organisation

 
So verglich Pedro Campos, der portugiesische Entdecker der Insel im Jahre 1536 die von Feigenbäumen herabhängenden Wurzeln mit wallenden Bärten (‚os barbados’, zu deutsch: ‚die Bärtigen’), wenn ihn nicht eher die bärtigen Ureinwohner, die Kariben, zu ebendiesem Namen inspirierten. Seit dem Jahre 1625 ist die wunderschöne Insel jedoch fest in britischer Hand und bekennt sich stolz zu den Traditionen ‚Ihrer Majestät’ – selbst wenn die heute rund 290.000 Einwohner weniger ein gepflegtes Englisch, sondern vielmehr einen starken Dialekt, das so genannte ‚Bajan Englisch’ sprechen. Aber, keine Angst: Verstehen werden Sie die Einheimischen, die sich zu 90% aus Nachkommen afrikanischer Sklaven, rund 4% Weißen sowie Asiaten und Mulatten zusammensetzen, aber ohne größere Probleme.Im Unterschied zu seinen Nachbarn ist das England der Karibik nicht vulkanischen Ursprungs, sondern bildet den höchsten Punkt eines unterseeischen Kalksteinrückens. Gipfelpunkt dieses Plateaus ist der 336 Meter hohe Mount Hillaby. Ansonsten sind Barbados knapp 430 Quadratkilometer relativ flach - lediglich der Norden ist etwas hügeliger.

Und wenn Sie sich fragen sollten, wieso auf einer tropischen Insel trotz ausreichenden Niederschlags keine Flüsse existieren, so haben Sie im bereits erwähnten Kalkstein schnell den ‚Schuldigen’ gefunden. So versickert das Regenwasser sofort in den Karsten des wasserdurchlässigen Gesteins.

Doch die geologischen Details müssen Sie als Urlauber selbstverständlich nicht intensiver beschäftigen, denn die wahren Schönheiten offenbaren sich vielmehr an der Süd- und Westküste in Hülle und Fülle: wahre Bilderbuch-Strände mit herrlich feinem und weißem Sand! An der Ostküste herrschen demgegenüber ideale Bedingungen für Surfer, während die felsigere Nordküste mit rauem und felsigem Charme für sich einnimmt. Zu Barbados zählt zudem Culpepper Island - eine vor der Ostküste gelegene kleine Insel.

Zucker, Heilige und Touristen

Sehenswert ist jedoch nicht nur die herrliche Natur, sondern vor allem auch Bridgetown, die Hauptstadt im Südwesten der Insel, deren malerische Altstadt seit 2011 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Hier lebt rund ein Drittel der Bevölkerung. Ein weiterer großer Teil bevölkert die Süd- und Westküste, wo sich auch die Touristenzentren befinden. Gegliedert wird die Insel in elf Bezirke, die sogenannten „Parishes“, was wie so vieles in ‚Klein-England’ auf Great Britain und die anglikanische Kirche zurückgeht. So tragen zehn der elf Bezirke ein ‚Saint’ im Namen und sind neben ‚Christ Church’ einem Heiligen gewidmet. Fast 360 Kirchen zeugen ebenfalls vom alten europäischen Erbe.

Weniger christlich ging es allerdings in früheren Jahrhunderten zu, als der Anbau des Zuckerrohrs und die Produktion des Rums den Wohlstand der Insel begründeten. Denn die rasante wirtschaftliche Entwicklung war vor allem den Abertausenden afrikanischer Sklaven zu verdanken, die seit den 1640er Jahren aus ihrer Heimat verschleppt wurden. Immerhin war Barbados das erste Land weltweit, das 1838 endlich die Sklaverei abschaffte.

Seit den 1990er Jahren ist jedoch neben der Förderung von Erdöl vor allem der Tourismus die wichtigste Einnahmequelle des Landes. Kein Wunder, denn die herrliche Natur sowie die Mischung aus afrikanischen, karibischen und englischen Wurzeln haben eine ganz eigene Kultur entwickelt. So zählen die heute noch gelebten Bräuche, die abwechslungsreiche Küche sowie die mitreißende Musik zu dem ganz besonderen „Bajan Way of Life“, der auch Sie mit Sicherheit nicht mehr loslassen wird! Mit Superstar Rihanna hat Barbados zudem seit einigen Jahren eine ganz besondere Botschafterin, die fleißig die Werbetrommel für ihre wunderschöne Heimat rührt. Und das mit Erfolg!