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Geschichte & Kultur

Martinique – tragische Geschichte und lebendiges Brauchtum

Martinique blickt auf eine lange Geschichte zurück. Erste Überreste sind für die Zeit um 2000 vor Christus nachgewiesen, als die Ciboney die Insel besiedelten.

 Martinique - Geschichte & Kultur, Foto: Luc Olivier for the Martinique Tourist Board
Martinique - Geschichte & Kultur
Foto: Antoine Omere for the Martinique Tourist Board

 
Ihnen folgten zwischen dem elften und ersten Jahrhundert die Arawak, die auch den Ackerbau (insbesondere mit Maniok) auf das Eiland brachten. Ab dem 14. nachchristlichen Jahrhundert begann dann mit der Eroberung Martiniques durch die Kariben eine lange kriegerische Zeit, die mit der Entdeckung durch Kolumbus im Jahre 1502 und schließlich der Eroberung durch die Franzosen 1635 ihren Höhepunkt fand. Im gleichen Jahr wurde der Handelsstützpunkt Fort Saint-Pierre erbaut, und die Ausbeutung der Insel und ihrer Bewohner begann.

Zunächst wurden die überlebenden Einheimischen nach Spanien verfrachtet, wo sie als Sklaven - bedingt durch die harte Arbeit und den Klimawandel - innerhalb von wenigen Jahren starben. Daraufhin wurde die Verschiffung eingestellt, jedoch die Sklaverei beibehalten. Neue Sklaven wurden nun aus Afrika verschleppt, die zunächst auf Tabak- und später vermehrt auf Zuckerrohrplantagen arbeiten mussten. Erst 1794, und damit über 250 Jahre später, nachdem die ersten Afrikaner die Insel betreten hatten, stimmte die französische Konvention für die Abschaffung des Menschenhandels, die jedoch von Napoleon acht Jahre später wieder eingesetzt wurde. Das endgültige Ende der unrühmlichen Sklaverei bewirkte erst Victor Schoelcher im Jahre 1848, woraufhin die Zuckerbarone, Tabak- und Kaffeeplantagenbesitzer mit der Anwerbung indischer und chinesischer Arbeiter begannen.

Noch heute zeigt sich die Geschichte der Insel in der Karibik in der ethnischen Zusammensetzung: So liegt der Anteil der Schwarzen und Mischlinge bei etwa 90% der Einwohner. Die Weißen sind immer noch mit 5% in der Minderheit. Mit 3% schlägt der indische Anteil an der Bevölkerung zu Buche. Hinzu kommen mit 2% Chinesen und Syrer sowie Libanesen. Französisch ist zwar Landessprache und Sprache der Gebildeten, aber die meisten Einwohner unterhalten sich vorwiegend auf Créole, einem auf allen französischen Antillen gebräuchlichen Dialekt.

Selbst ein Sträfling hat mal Glück

1902 ereilte die schöne Insel eine gewaltige Naturkatastrophe, als die Hauptstadt Saint-Pierre mit damals ca. 30.000 Einwohnern beim Ausbruch des Mont Pelée im Nordteil von Martinique vollständig vernichtet wurde. Obwohl der Vulkan schon einige Zeit rumorte und es Anzeichen für eine bevorstehende Eruption gab, sah die Stadtverwaltung aufgrund anstehender Wahlen von einer Evakuierung ab. Eine fatale Fehlentscheidung. Alle Einwohner starben qualvoll, nur ein Schuhmacher sowie ein Sträfling in einer Gefängniszelle überlebten.

Doch mit dieser tragischen Geschichte sollten Sie sich bei Ihrem Urlaub nicht lange aufhalten, so viel Spezielles ist zu sehen, so viel Eigentümliches ist zu erleben, denn kulturelle Identität wird auf Martinique ganz groß geschrieben. Und das werden Sie schnell bemerken: die berühmten Jollen-Regatten weit hinaus ins Karibische Meer und die "Steel-Bands", traditionelle Orchester mit Verbindungen aus alter und moderner Musik, beherrschen Küsten, Strände und Plätze. Und auch wenn sie grausam sind, werden Hahnen-, Mangusten- oder Schlangenkämpfe auf Martinique wie auf den gesamten Antillen als festliche Rituale angesehen, die an jedem Wochenende und bei jedem Wetter zahlreiche Fans anziehen.

Viel friedlicher geht es jedoch bei weiteren Gebräuchen zu – der Korbflechterei und der Töpferei. Zudem gibt es fast kein Material, das nicht für das Kunsthandwerk verwendet würde: Korallenschmuck, Gegenstände aus Bambus und Madras, die mit Sicherheit allesamt gut in Ihren "Souvenirkorb" passen. In Erinnerung behalten sollten Sie aber auch das wichtigste Fest auf Martinique, den Karneval, der vom Dreikönigstag bis Aschermittwoch in allen Städten mit Umzügen, Tanz-, Schönheits- und Kostümwettbewerben gebührend und ganz sicher oftmals über den Durst hinaus gefeiert wird. Gruppen zu Fuß und mit Wagen, begleitet von einer wilden, rhythmischen Musik, breiten sich in dieser Zeit auf den Straßen aus: Ein farbenfrohes Spektakel, das Sie mit Ihrem Traumurlaub auf Martinique ganz sicher noch für lange, lange Zeit verbinden werden!

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